Wir schreiben das Jahr 1914. Deutschland befindet sich in einer Monarchie, die vom Kaiser Wilhelm II regiert wird. Was genau im Jahr 1914 in Bezug auf den Musikverein Gohfeld, aus dem 55 Jahre später das Musikkorps der Stadt Löhne hervorging, geschehen ist, ist nicht dokumentiert. Es gibt keine Gründungsurkunde oder ein Protokoll einer Gründungsversammlung.

Die Festchronik zum 50. Bestehen des Musikvereins Gohfeld vom 29. November 1964, muss als ältestes bekanntes Textdokument angesehen werden und berichtet folgendes: „Schon vor dem Gründungsjahr 1914 bestanden in Gohfeld zwei Vereinskapellen. Aus diesen beiden Kapellen entwickelte sich eine selbständige Kapelle unter dem Namen Musikverein Gohfeld.“

Chronik1 BM FeuerwehrDas Bild zeigt Blasmusiker in Feuerwehruniformen. Wir gehen heute davon aus, dass es sich hierbei um das älteste erhaltene Foto der Musikvereinigung Gohfeld handelt und wahrscheinlich noch vor dem I. Weltkrieg aufgenommen wurde.

Wir wissen von unserem verstorbenen Ehrenmitglied Heinz Becker, der 1932 zum Gohfelder Musikverein kam, dass dieser zunächst Violine gespielt hat. Nach bestandener Aufnahmeprüfung wurde er als aktives Mitglied angenommen und erlernte dann erst ein Blasinstrument. Streichmusik wurde also auch noch in späteren Jahren, wohl hauptsächlich bei Tanzmusiken, gepflegt.

Der erste Kapellmeister war August Windmeier aus Werste. Von einem Vorstand wird ebenfalls berichtet: Hermann Berges (1. Vorsitzender), Heinrich Potthast (1. Schriftführer), Karl Fürste (1. Kassierer).

Allmählich entwickelte sich ein Blasorchester, das schnell vielen Veranstaltungen in der Gemeinde und darüber hinaus einen guten Klang verlieh. So berichtet die Chronik von 1964 weiterhin, dass der Verein zu jeder öffentlichen Veranstaltung hinzugezogen wurde und ab 1925 selbst, durch den Aufbau eines Tanzzeltes zur Wiederbelebung des Gohfelder Marktes, beitrug. Noch bis in die 80er Jahre hinein wurde dieses Volksfest Anfang Herbst gefeiert und das Musikkorps der Stadt Löhne spielte dort auf.

Chronik2 Dirigenten

Im November 1925 wurde der erst zwanzigjährige Paul Fürste zum musikalischen Leiter bestimmt. Bereits mit 18 Jahren ist er dem Musikverein Gohfeld beigetreten. Bis 1967, also 42 Jahre lang sollte er die musikalischen Geschicke des Vereins lenken. Länger als keiner seiner bisherigen Nachfolger. Eine Leistung die nicht hoch genug eingestuft werden kann; schließlich wurde diese Tätigkeit ehrenamtlich ausgeführt und Paul Fürste war, anders als der Großteil seiner Nachfolger, kein Berufsmusiker. Als er aus gesundheitlichen Gründen die musikalische Leitung abgab, wurde er zum Ehrendirigenten ernannt und ihm als Anerkennung der „goldene Taktstock“ überreicht.

Die letzte Aufnahme vor Ausbruch des II. Weltkrieges wurde 1939 gemacht. Dieses Bild hing später für einige Jahre im Übungslokal der Gaststätte Wegener.Chronik3 1939

Das Orchester sollte nie wieder in der Formation spielen können. Die Ehrentafel der Chronik 1964 berichtet uns von vier gefallenen Kameraden: Willi Rasche, Gustav Rasche, Emil Schröter und Erich König. Der II. Weltkrieg hat auch in Gohfeld seine deutlichen Spuren hinterlassen. Ein Versuch, den Probebetrieb im Jahr 1946 wieder aufzunehmen, scheiterte zunächst, da einige Register nicht voll stimmfähig waren. Vier Kameraden sind gefallen, andere kamen erst Jahre später aus der Kriegsgefangenschaft heim.

Einen regelmäßigen Probenbetrieb gab es dann erst wieder ab dem Jahr 1949. Der Verein konstituierte sich wieder neu und wählte einen neuen Vorstand: Heinrich Potthast (1.Vorsitzender), Willi Sieker jr. (Schriftführer) und Fritz Krüger (Kassierer). Als Probenraum stand der kleine Saal der Gastwirtschaft Wegener zur Verfügung.
Die Nachkriegszeit wurde aber auch durch Flüchtlings- und Vertriebenenschicksale geprägt. Ein Fallbeispiel für eine letztlich gelungene Eingliederung von Vertriebenen ist Willi Krüger.

Chronik6 50Jahre

Ebenso groß wurde das 50. Vereinsjubiläum am 29.11.1964 gefeiert. Das Programmheft berichtet von nicht weniger als 10 Kapellen und Spielmannszügen, die dem Gohfelder Musikverein Ihre Aufwartung machten. Ein Filmdokument ist erhalten und zeigt einen beinahe überfüllten Saal in der Gaststätte Wegener.
Aus Anlass dieses Jubiläums wurde seinerzeit erstmalig eine Chronik in Form einer Festschrift erstellt, die heute, mangels andere Quellen, mit als älteste Quelle herangezogen werden muss.

Ein einschneidendes Ereignis der Vereinsgeschichte ist zweifelsohne die Umwidmung vom Musikverein Gohfeld in das Musikkorps der Stadt Löhne im Jahre 1969.

Die Festschrift zum Gründungsfest berichtet: „Im Rahmen der Gebietsreform notwendigen Zusammenfassung der Gemeinden Gohfeld, Löhne, Mennighüffen, Obernbeck und Ulenburg zur Stadt Löhne sah der Musikverein Gohfeld eine Möglichkeit, seine musikalischen Tätigkeiten auszudehnen und der noch jungen Stadt Löhne einen gewissen kulturellen Rückhalt zu bieten.
Möge das diesjährige Gründungsfest, verbunden mit dem 55. Geburtstag des Musikvereins, dazu beitragen, alle Musikfreunde und –förderer kameradschaftlich noch enger aneinander zu binden, die Jugend aufzurütteln und der Blasmusik somit eine gesicherte Zukunft zu geben.“Chronik8 Jugendmusikzug74

Ein besonders beeindruckendes Zeugnis vom Willen des Vereins, eine aktive und nachhaltige Nachwuchsakquisition zu betreiben, ist die Gründung eines Jugendfanfarenzuges am 01.04.1967. Diese Idee ging in erster Linie auf eine Initiative des damaligen 1. Vorsitzenden Reinhold Thies zurück. Zum ersten Übungsabend fanden sich bereits 10 Jugendliche ein. Artur Katzberg übernahm die musikalische Ausbildung und wurde später von Herbert Graupner unterstützt. Bereits zum 55. Vereinsjubiläum im Sommer 1969 umfasste der Jugendfanfarenzug annähernd 50 Mädchen und Jungen. Für die Betreuung zeichnete Günter Schumacher verantwortlich.

Das Musikkorps der Stadt Löhne e.V. unterzog sich 1986 erstmalig einem Wertungsspiel anlässlich des Landesmusikfestes in Arnsberg. Die Belohnung: Ein erster Rang in der Oberstufe!

Chronik8 LandesmusikfestArnsberg

Heute sind für die Mitglieder des Stadtmusikkorps besonders die Weiterführung von entworfenen Traditionen und die Förderung der Blasmusik in Löhne entscheidend. Mit einem Altersdurchschnitt zwischen 20 und 30 Jahren hat das Orchester eine solide Grundlage diese Ziele noch lange weiter zu verfolgen.

Neben der musikalischen Förderung und Weiterentwicklung zählt aber auch die Vertretung der Stadt Löhne zu den wichtigsten Aufgaben. Durch regelmäßige Besuche in unseren Partnerstädten ist das Musikkorps der Stadt Löhne in der Vergangenheit sowie heute Botschafter für die Werrestadt. Aber auch innerhalb von Löhnes Grenzen gehört das Musikkorps zur Kultur. So werden seit unzähligen Jahren zum Beispiel das Pfingstfest im Garten der Familie Glösemeyer - Margenberg, das Schützenfest und das Oktoberfest Löhne musikalisch bereichert.Natürlich kann jeder Musiker und Anhänger unseren Verein unterstützen. Nehmen Sie einfach Kontakt mit uns auf und werden sie Teil der musikalischen Kultur Löhnes.

Wir danken ...

Proben

Du möchtest auch ein Teil unseres Orchesters werden.

Wir proben jeden Mittwoch von 19:30 - 21:00 Uhr in der Werretalhalle, Löhne.

Gerne kannst du auch vorher mit uns Kontakt aufnehmen.

Wir freuen uns auf dich.